spree:geflüster

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Archive for Juli, 2009

Bildkommentarantwort zu Plagiatellen

Juli 31, 2009 von Peter Dessin abgelegt in: Geschrieben.

Ach weeste, möööp! Haste nicht was Leichteres? Und außerdem ist dieses Plagiat einfach zu schlecht gemacht:

Blumfeld vs. Elvis

Blumfeld vs. Elvis

Und noch: In einem kleinen Blogpost ist wirklich nicht Platz für alles. Aber Danke, Rayk, (sorry: mööp), für die Erinnerung, dass sich in meiner Sammlung noch mehr befindet…

Epilog

Juli 30, 2009 von Peter Dessin abgelegt in: Geschrieben.

Es ist gar nicht so schlimm, dass zu allen Zeiten Menschen unter anderem aus unterschiedlichen Zeiten, aus unterschiedlichen  Klassen, aus unterschiedlichen Rassen, mit unterschiedlicher Haltung, mit unterschiedlicher Neigung, mit unterschiedlicher Intelligenz, in unterschiedlichen Verhältnissen, in unterschiedlichen  Bedrängnissen, in unterschiedlichen Abhängigkeiten OHNE ERKENNBAREN GRUND leben.

(Es sind dies, rechnet man nur 3 Varianten pro Typus, 59.049 Charaktere.)

Dass man diese aber bei einer Konfrontation zu unterschiedlichen Tageszeiten bei unterschiedlicher Temperatur in unterschiedlicher Verfassung so unterschiedlich beurteilt, erhöht die Zahl der berechenbaren Charaktere auf über 202.669.433.856.

Diesem Zustande dürfte zu danken sein, dass unser Leben, unser Zusammenleben so unübersichtlich ist. Deshalb sollten wir aber doch zumindest all jene, die glauben, Heilsbotschaften oder Ideologien „für Alle“ zu haben, rechtzeitig verjagen. Oder, weil wir zu erkennen gelernt haben, dass Gejagte irgendwann zu Jägern werden, sie rechtzeitig verlachen. Oder, weil wir zu erkennenen gelernt haben, dass Verlachte oder auch nur Gekränkte irgendwann krank machen, sie wohlwollend übergehen.

Jawohl. Wohlwollend und liebevoll.

Kleine Plagiatellen

Juli 28, 2009 von Peter Dessin abgelegt in: Gefunden.

Während das Sommerloch herrscht, sonst gut informierte Menschen ohne Schirm durch den Regen laufen oder – wahlweise – mit unnützem selbigem in der Sonne brüten, hatte ich Muße genug, mal meine Plattensammlung durchzugucken (ohne nass zu werden dabei oder mir einen Sonnenbrand zu holen).

Und neben Altgeliebtem (mehr dazu in einem späteren Post) fand ich ich durchaus Bemerkenswertes. So konnte ich drei (sorry: vier) Arten von Plagiaten innerhalb der letzten 40 Jahre ausmachen, die ich an dieser Stelle kurz vorstellen möchte.

Da fand ich zum einen eines solcher Art:

Die Fan-Plagiate

Kruder und Dorfmeister gelten nicht zu unrecht als Wegbereiter der neueren elektronischen Musik. Aber mussten sie sich deshalb 1996 gerade Simon und Garfunkel als (grafisches) Vorbild nehmen? Musikalisch haben die Duos nichts gemein, nur Richard Dorfmeister sieht halt aus wie der bei der Geburt getrennte spätere Zwilling Art Garfunkels.

kruderdorfmeister

Kruder und Dorfmeister vs. Simon and Garfunkel

Doch damit nicht genug. Wir kommen zu ihnen:

Die Anbiederungs-Plagiate

Bad Religion, diese biologisch-dynamische Melodie-Punkband, hat ja viel für unser aller Wohl getan. Musikalisch nicht ganz so weit entfernt von den Melody-Punks siedeln sich NOFX an. Warum aber klauen sie derart rotzfrech ein Cover von 1988?  Bloß, weil sie denken, im Jahre 2001 kann sich keiner mehr erinnern? Oder ist es eine wohlgemeinte Reminiszenz?

Bad Religion vs. NOFX

Bad Religion 1988 vs. NOFX 2001

Doch gibt es nicht nur die vermeintlich wohlwollenden Plagiate. Es gibt ja auch noch sie:

Die dreisten Plagiate.

Seether hatte in den frühen 2000er Jahre etliche Achtungserfolge. Sechs Alben, elf Singles, ungezählte Gastauftritte namhafter Musiker (u.a. von Evanescene-Sängerin Amy Lee) verhalfen dieser Band zum „South African Music Award“, der begehrtesten nationalen Musiktrophäe im Heimatland Seethers. Und nun das:

„Infected Mushroom“, eine der erfolgreichsten Goa-Bands aus Israel, wähnt sich offensichtlich zeitlich als auch räumlich weit genug von den musikalisch ach so entfernten Seether. Ist das ein Grund, ein  Cover so schamlos zu plagieren? Die Antwort, geneigter Leser, gib Dir bitte selbst.

Infected Mushroom 2007 vs. Seether 2000

Infected Mushroom 2007 vs. Seether 2000

An dieser Stelle möchte ich noch zu einer ganz besonderen Eigenart der Nachahmung kommen, die alle Eltern pubertierender Bubels und Mädels kennen:

Die Stil-Plagiate

Wir alle kennen sie. Wir alle hatten in frühester Jugend damit zu kämpfen, unseren Idolen möglichst ähnlich (und damit nah) zu sein. Aber es gibt Grenzen. (Nicht nur die genetischen: Ich konnte halt mit 17 und einer fast komplett ausgedünnten Haardecke nunmal nicht aussehen wie Robert Plant.) Nein, es gibt auch die Grenzen des guten Geschmacks:

Cher vs. Bill

Cher vs. Bill

Wer hier nun wer ist, vermag ich beim besten Willen nicht zu sagen. Aber vielleicht sind es ja auch nur (siehe Dorfmeister/Garfunkel) bei der Geburt getrennte Zwillinge.

Banalitäter

Juli 07, 2009 von Peter Dessin abgelegt in: Gelesen., Geschrieben.

Gerade hat Martin Oetting einen schönen Artikel zu den „hirnrissigen Hinweisen“ von Internetkritikern an den sogenannten „Katzencontents“ geschrieben, den ich an dieser Stelle unbedingt weiter empfehlen möchte: „They’re not talking to you“.

Ergänzend dazu habe ich noch eine kleine Anmerkung: Nicht nur Jugendliche mit schlechter Rechtschreibung schreiben über die banalsten Dinge im Web. Auch hochtalentierte Intellektuelle tun dies mitunter gern (um Oetting zu zitieren):

Wer im Web kostenlos einen schlechten Witz macht oder einen Freund veralbert, der tut dies nicht, um das Feuilleton zu erreichen. Sondern schlicht, um einen schlechten Witz zu machen oder einen Freund zu veralbern.

Albernheiten und Banalitäten gehören zum Internet nun einmal dazu wie Stammtischzoten bei Professoren oder geschmacklose Witzchen bei Chirurgen. In der Literatur sind sie legitim, gesellschafts- und zitierfähig, sonst gäbe es keinen Morgenstern, Ringelnatz, Jandl oder Tucholsky.

Ach so: Den Beweis der im minutentakt gezwitscherten Albernheiten Intellektueller möchte ich natürlich auch nicht schuldig bleiben:

Twitternacht

Aber, wie gesagt: They’re not talking to you.

Lichtenberg – Ansichtssache

Juli 01, 2009 von Sebastian abgelegt in: Gesehen.

Ist schon klar. Berlin-Lichtenberg. Jeder weiß bereits alles: Neonazis, Stasi, Wendeverlierer und eine Unmenge Russen. Dazu Plattenbauten, ein Tierpark und irgendwie gehört ja auch Karlshorst noch dazu. Schon wieder Russen. Was soll da Neues kommen? Auf keinen Fall ein Text mit dem üblichen „… hat auch seine guten Seiten.“ Dafür aber zwei Bilder. Geschossen auf der gleichen Straße. Abgedrückt.

Die eine Seite von Lichtenberg

180 Grad umgedreht. Dann 50 Meter gelaufen. Die Straße heißt jetzt anders. Und wieder abgedrückt.

Die andere Seite von Lichtenberg

So und nun wieder zurück zu den Neonazis, Stasi, Wendeverlierern und …