spree:geflüster

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Archive for the ‘Gefunden.’

Ich ahnte nichts Böses.

November 27, 2009 von Peter Dessin abgelegt in: Gefunden., Gelebtes.

Da geht man einmal fein aus. Trifft sich mit einem Herren, von dem man vorher wusste, dass dieses Treffen nicht so ganz einfach würde. Oder, um es mit simplen, fast abgeschmackten Worten zu sagen: Ich ging los, und ich ahnte nichts Böses.

Selbst als ich die Straßenbahn (von Zugewanderten auch liebevoll “Tram” genannt”) bestieg, ahnte ich nichts Böses. Sie fuhr, ohne Verwirrte zu streifen, in einem Zug durch. (Dieser Satz ist, glaube ich, selbst für mich schwer zu verstehen: Ein Zug fährt in einem Zug durch, und von Haltestellen ist keine Rede…)

Wo war ich? Ach ja, beim Zug. Beim Durchstreifen. Bei den Ahnungen.

Ich kam also an, am Ziel. Ich traf diesen Herren, wobei ich vorher schon wusste, dass dieses Treffen nicht so ganz einfach würde. Und ich ahnte immer noch nichts Böses.

Heute hatte ich ausnahmsweise mein Taubenkostüm nicht an. Ich meine das taubengraue. Und so verwunderte es mich nicht, dass der Taubenvergrämer mich nicht vergrämte, sondern mir einfach und freundlich die Hand zum Gruß darreichte.

Und ich ahnte noch immer nichts Böses!

Nach über drei Stunden Konversation über Tauben (…ha! ich sehe, Ihr seid aufmerksam und merkt, dass ich Euch veräppele…), also nach über drei Stunden Monolog über Tauben (wieder falsch, angeschmiert!) … Ich fang noch mal an:

Nach über drei Stunden intensiver Gespräche über Taube und Stumme und die letzten übrig gebliebenen Zwitscherer, und jetzt wissen die Eingeweihten auch, wovon wir sprachen, ahnte ich immer noch nichts Böses. Über die Einzelheiten lasse ich Euch im Ungewissen, aber damit müsst Ihr eben leben. Doch dann, und nichts Böses ahnend lauschte ich freundlich,  lud mich der Herr Fitz ein (oder war ich es, der ihn frug?), beim Jour Fitz am 21. Dezember zu lesen.

Und ich? Ich sagte zu. Und ich ahnte noch immer nichts Böses. Und selbst, als wir uns trennten, war immer noch nichts Böses passiert.

Meine Ahnung hatte mich mal wieder nicht betrogen. Bis jetzt.

(Zur Illustrierung oben stehender Schilderung folgend die Orte des Geschehens:)

Herrentoilette Damentoilette

Die Melancholie der Kastanie

Oktober 12, 2009 von Bunki abgelegt in: Gefunden., Gelebtes.

Es herbstet. Die dritte Jahreszeit pfeift durch die Lande. Die Menschen umgürten sich mit Schals, hüllen sich in feste Gewänder. Und all die herabfallenden Früchte, die Vorboten des kommenden Winters, kullern munter auf den  Straßen entlang. Blätter, Eicheln, Kastanien. Ja, auch Kastanien.

Kastanien Kastanienmaennchen

Sie stehen für Kinderlachen, fröhliches Basteln, lustige Figuren. Für unbeschwerte, sorgenfreie Lebenszeit. In Kastanienfässern reifte einst der berühmte Vin Santo, der Hochgenuss aus der Toskana, ehe er dem schnöden Eichengewächs weichen musste.

Doch ist die Kastanie nicht mehr als das? Ist sie nicht auch ein perfektes Sinnbild für das Auf und Ab der Liebe? Am Anfang glänzend, vollmundig und rund. Vielversprechend. Verlockend.Wer könnte ihrem Liebreiz ernsthaft widerstehen? Sie spricht alle an. Weckt Erinnerungen.

Doch mit der Zeit  wird sie schrumpelig. Der Glanz verblasst. Sie wird matt und müde. Und keine Kraft der Welt kann sie zurückholen.

Das Shirt zum Foto zum Tweet. Und umgekehrt.

Oktober 04, 2009 von Peter Dessin abgelegt in: Gefunden., Gesehen.

Als vor einer Woche die Bundeswahl das wohl von allen erwartete und dennoch beklagte Ende nahm, verwurstelte ich den wohl angesagtesten und meist verbreiteten Flash-Mob-Tag:

bääh

 

Schon sehr kurz darauf schickte mir @tiuri7 seine Interpretation dieses Tweets (Dank dafür, nochmal).

BTW09_Baahh

Nun, ein Pirat bin ich nicht und ich konnte dren Partei aus verschiedenen Gründen auch nicht wählen. Da jetzt aber die wirtschaftlichen Zwänge eines jeden Einzelnen wohl noch klarer zu Tage treten werden, gibt es superteure Shirts zum Foto zum Tweet in unserem kleinen Shop hier auf spree:geflüster.

bäähshirtanicke

Dessous in der City

September 14, 2009 von Bunki abgelegt in: Gefunden., Gesehen.

WeinunBlumen

Berlin ist eine umtriebige Stadt. Und eine mit einer hohen Zahl von Erwerbslosen, wie es im Amtsdeutsch so schön heißt. Mit 14,4% ist die Spreemetropole sogar bundesweit Spitzenreiter. Leider.

Vielfach und gerne wird ja da der Gang in die Selbstständigkeit als großer Ausweg propagiert. Und so feiern an allen Ecken und Enden neue Läden, Büros und Büdchen in den Kiezen ihre Geburt (schließen wenig später auch oft, aber das ist diesmal nicht meine Geschichte und soll daher ein ander Mal erzählt werden.).

Uns Friedrichshain ist da ja keine Ausnahme. Wie Pilze schießen die Läden aus den Böden. Man kann sie förmlich über Nacht wachsen sehen. In meiner Nachbarschaft eröffnete jüngst ein Weinladen und löste damit einen Alice-Shop, ein undefinierbares Etwas und ein Teakholz-Möbel-Geschäft als seine kurzlebigen Vorgänger ab. Mögen sie alle in Frieden ruhen.

Doch was ist ein Laden, der sich auf etwas spezialisert hat, in der heutigen Krisenwelt, wert? Manch gute Geschäftsidee scheiterte früh. Mehrgleisig fahren. Multitasking ist das neue Twitter. Warum nur eine singuläre Geschäftsidee verfolgen, wenn man zwei miteinander kombinieren kann?

Manchmal führt das zu recht seltsam anmutenden Kombinationen. Der oben bildlich aufgeführte Drittel-Mix leuchtet mir noch ein. Für Blumen braucht’s Übertöpfe oder Gegenstände ihrer Wahl zum Verwahren. Und wenn man schon auf dem Weg zur Liebsten ist (okay, heutzutage im Zeitalter der Entfrauzipation liefern wir die politisch korrekte Version natürlich gleich mit: auf dem Weg zu seinem Liebsten), warum das Ich-gedenke-deiner-Sträußchen nicht noch mit einer guten Flasche Roten abrunden? Da kann man dann echt im Blütenrausch der Sinne  im weiteren Verlauf des Abends aufgehen.

Was aber nun, geneigter Leser, sollte ich damit anfangen?

Essen&Geschäft 003

Spitzen & Spätzle? Dessous und schwäbische Spezialitäten? Wtf? Soll ich die Teigwaren in den Spitzenhöschen einwicklen, oder was`Wie kommt man denn auf so etwas?

Meinem verehrten Mitbetreiber des Blogs leuchtete das schon ein:  “Es gibt doch zwei Arten, die Zuneigung eines Mannes zu gewinnen. Durch den Magen und durch Sex.”

Hm, ja, mag ja sein. Klang mir aber zu sehr nach den klassischen drei großen K: Kinder, Küche, Kirche. Hättest du wohl gerne, was? Erst dem Manne ein Leckerli bereiten und dann danach sich aufreizend zwecks anschließender Vernaschung präsentieren? Tschuldigung, ich bin da von anderem Kaliber. Nicht so sexistisch veranlagt.

Erstens, kann ich selber kochen. Zweitens, kommt es doch wohl auf die inneren Werte an, oder? Nein, ich bleibe dabei, der Laden ist ein totgeborenes Kind. Diese Kombi geht ja gar nicht. Obwohl, halt, wie war doch gleich der Spruch: Nach dem Essen soll man Rauchen oder eine …

Und warum bekomme ich auf einmal so mächtig Appetit auf schwäbische Spezialiäten? Tschuldigung, ich muss mal kurz weg.

Wie es wurde, was es ist. (1970)

September 07, 2009 von Peter Dessin abgelegt in: Gefunden.

Der kleine Wikipeter (mitte) mit seinen Schwestern

Der kleine Wikipeter (mitte) mit seinen Schwestern

Früh bildet sich, was ein Wikipeter werden will. Die “Wissens- und Bildungsstraßen” am Rande der Feierlichkeiten zum Geburtstag der DDR beschäftigten sich und uns aber eher mit der “unverbrüchlichen Freundschaft” zur UdSSR. An Glasnost und Perestrojka dachte damals noch niemand.

Der Rest ist Geschichte.