Ich ahnte nichts Böses.
Da geht man einmal fein aus. Trifft sich mit einem Herren, von dem man vorher wusste, dass dieses Treffen nicht so ganz einfach würde. Oder, um es mit simplen, fast abgeschmackten Worten zu sagen: Ich ging los, und ich ahnte nichts Böses.
Selbst als ich die Straßenbahn (von Zugewanderten auch liebevoll “Tram” genannt”) bestieg, ahnte ich nichts Böses. Sie fuhr, ohne Verwirrte zu streifen, in einem Zug durch. (Dieser Satz ist, glaube ich, selbst für mich schwer zu verstehen: Ein Zug fährt in einem Zug durch, und von Haltestellen ist keine Rede…)
Wo war ich? Ach ja, beim Zug. Beim Durchstreifen. Bei den Ahnungen.
Ich kam also an, am Ziel. Ich traf diesen Herren, wobei ich vorher schon wusste, dass dieses Treffen nicht so ganz einfach würde. Und ich ahnte immer noch nichts Böses.
Heute hatte ich ausnahmsweise mein Taubenkostüm nicht an. Ich meine das taubengraue. Und so verwunderte es mich nicht, dass der Taubenvergrämer mich nicht vergrämte, sondern mir einfach und freundlich die Hand zum Gruß darreichte.
Und ich ahnte noch immer nichts Böses!
Nach über drei Stunden Konversation über Tauben (…ha! ich sehe, Ihr seid aufmerksam und merkt, dass ich Euch veräppele…), also nach über drei Stunden Monolog über Tauben (wieder falsch, angeschmiert!) … Ich fang noch mal an:
Nach über drei Stunden intensiver Gespräche über Taube und Stumme und die letzten übrig gebliebenen Zwitscherer, und jetzt wissen die Eingeweihten auch, wovon wir sprachen, ahnte ich immer noch nichts Böses. Über die Einzelheiten lasse ich Euch im Ungewissen, aber damit müsst Ihr eben leben. Doch dann, und nichts Böses ahnend lauschte ich freundlich, lud mich der Herr Fitz ein (oder war ich es, der ihn frug?), beim Jour Fitz am 21. Dezember zu lesen.
Und ich? Ich sagte zu. Und ich ahnte noch immer nichts Böses. Und selbst, als wir uns trennten, war immer noch nichts Böses passiert.
Meine Ahnung hatte mich mal wieder nicht betrogen. Bis jetzt.
(Zur Illustrierung oben stehender Schilderung folgend die Orte des Geschehens:)






