spree:geflüster

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I’m singing in the rain…

November 16, 2009 von Peter Dessin abgelegt in: Gelebtes., Geschrieben.

In was für einer wunderbaren Zeit wir doch leben!

Es ist Herbst, hochherbstschaftlich, mit vereinzelt hellen Tagen und fast lauen, lauschigen Nächten, die schon den ersten Geruch des Winters mit sich bringen. Aber noch vermodert der Sommer in bunten Erdfarben, in allen Braun- und Rottönen unter unseren Füßen, während dick eingemummelte Leute durch den Nieselregen hasten.

Durch diesen lang anhaltenden Regen, die Fantastillarden schillernder Mikro-Swarowskisteinchen, befinden wir uns in einer ewig scheinenden  Moll-Landschaft, in dem das Panorama verschwimmt, in der alles, ob lebend oder nichtlebend, gleichermaßen seine Rauheit, Ecken und Kanten verliert und miteinander verwässert.

Regenbogen Jetzt ist die Zeit gekommen, sich in warme Decken einzukuscheln und den Regentropfen zu lauschen, die wild, cool und introvertiert auf die Fensterbank klopfen und so tun, als wären sie hier zu Hause. Und das sind sie ja auch. Denn Regen ist das ideale Element für Romantik.

Mit jedem Auswringen des überbordenen Stratokumulus, mit jedem neuen,  gleichmäßigen Regenguss wird eine neue Strophe eines uralten Liedes komponiert. Musik für die Psyche, ursprünglich, besinnlich, reinigend, segnend, nährend und rundum erneuernd.

Die Melancholie der Kastanie

Oktober 12, 2009 von Bunki abgelegt in: Gefunden., Gelebtes.

Es herbstet. Die dritte Jahreszeit pfeift durch die Lande. Die Menschen umgürten sich mit Schals, hüllen sich in feste Gewänder. Und all die herabfallenden Früchte, die Vorboten des kommenden Winters, kullern munter auf den  Straßen entlang. Blätter, Eicheln, Kastanien. Ja, auch Kastanien.

Kastanien Kastanienmaennchen

Sie stehen für Kinderlachen, fröhliches Basteln, lustige Figuren. Für unbeschwerte, sorgenfreie Lebenszeit. In Kastanienfässern reifte einst der berühmte Vin Santo, der Hochgenuss aus der Toskana, ehe er dem schnöden Eichengewächs weichen musste.

Doch ist die Kastanie nicht mehr als das? Ist sie nicht auch ein perfektes Sinnbild für das Auf und Ab der Liebe? Am Anfang glänzend, vollmundig und rund. Vielversprechend. Verlockend.Wer könnte ihrem Liebreiz ernsthaft widerstehen? Sie spricht alle an. Weckt Erinnerungen.

Doch mit der Zeit  wird sie schrumpelig. Der Glanz verblasst. Sie wird matt und müde. Und keine Kraft der Welt kann sie zurückholen.