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Zwei Seelen

November 26, 2013 von Gastautor abgelegt in: Geschrieben., GLitterarisches.

Unser heutiger Gastautor Sven Brunner musste sich etwas von der Seele schreiben. Von zwei Seelen, um genauer zu sein:

 

Zwei Seelen, zu verschieden, um sich zu treffen,
ziehen ihre Bahnen,
auf der Suche nach Geborgenheit,
auf der Suche nach dem Sinn

Zwei Seelen, zu verschieden, um sich zu treffen,
die eine schwarz, die andere weiß,
unterbrechen manchmal ihre Bahnen,
fühlen sich manchmal gleich,
um sich zu entfernen in die Ewigkeit

Zwei Seelen, zu verschieden, um sich zu treffen,
kommen auch zurück,
kreuzen ihre Bahnen,
was nicht immer Gutes heißt,
da die Nähe Wunden reißt

Zwei Seelen, auf dem Weg, um sich zu treffen
Zwei Seelen, auf dem Weg, um sich zu fressen.
auf der Suche nach dem Grau,
auf der Suche nach sich selbst

Letzte Ausfahrt Berlin

April 11, 2011 von Gastautor abgelegt in: Gehört., Gelebtes.

von Rachel Lindenbaum

Seit knapp zwei Jahren gehöre ich dem Kreis von Menschen an, die immer ein wenig schräg angeschaut werden, weil sie sagen: „Ich bin bei Twitter.“ Die übliche Antwort darauf ist ein herzlich desinteressiertes „Aha.“ oder im besseren Fall ein „Twitter? Wasn das?“. Auf letztere Äußerung gibt es zwei Möglichkeiten einer Antwort. Zum einen die erschöpfende Erklärung der technischen Möglichkeiten dieses Netzwerkes mit all seinen Facetten inklusive der Erwähnung der tollen Menschen dort und wie super das alles ist. Dafür erntet man in der Regel das bereits erwähnte „Aha.“ gepaart mit einem Blick á la „Die hatse nich mehr alle…“. Zum anderen kann man einfach auf Wikipedia verweisen und sich die Erklärung sparen.

Glücklicherweise verfügt Berlin über viele Freaks und so sind auch wir Twitterer längst nicht mehr einsame Nerds, die ihre Zeit lieber vor dem Rechner verbringen als im wirklichen Leben. Wir Nerds treffen uns in diesem Real Life, von dem immer alle reden. Wir kommen zusammen und trinken und feiern und lachen und lesen uns Sachen vor. Und dabei starren wir auf unsere Smartphones und twittern. Wir sind eben ein bisschen anders. Trotzdem sind Treffen von Twitterern alles andere als Nerd-Veranstaltungen.

Irgendwann im Jahr 2009 fuhr ich nach Wien, um dort einer Twitterparty beizuwohnen. Es fanden sich sage und schreibe acht Leute zusammen. Mein Ehrgeiz war geweckt und ich war mir sicher: Das können wir in Berlin viel besser. Also organisierte ich die erste Twitterparty in Berlin, eine Party, wie es sie in dieser Form vorher noch nie gab. Ich wollte ganz egoistisch die Menschen hinter den Avataren kennenlernen und auch anderen die Möglichkeit dazu geben. Es kamen 130 Leute zu dieser rauschenden Ballnacht. Darunter auch Netz-VIPs wie Sascha Lobo und Kathrin Passig.

Angespornt von diesem Erfolg folgte im Sommer 2010 die zweite Twitterparty. Auch hier fanden wieder 90 Menschen zusammen, die sich nur aus diesem Internet kennen, in dem es bekanntlich von Bekloppten und Axtmördern nur so wimmelt..

Twitter-PartyIch habe lange überlegt, ob ich mir diese Arbeit noch ein drittes Mal antue. Denn letztlich ist die Orga einer großen Veranstaltung, wenn man sie allein machen muss, alles andere als ein Zuckerschlecken. Doch dann saß ich eines Abends mit Enno Park zusammen und wir überlegten uns, dass die Re:Publica im April doch eine schöne Gelegenheit wäre für eine weitere Twitterparty. Und schon war das Kind auf der Welt.

Dieses Mal bin ich nicht allein, sondern kann auf die Unterstützung von Yuccatree, Carta, der Keksbox und vielen anderen zählen. Wenn du also nicht weißt, was Twitter ist, schau es dir doch einfach live an! Du bist schon bei Twitter und möchtest ein paar neue Gesichter kennenlernen? Dann herzlich willkommen!

Du möchtest einfach mal wieder richtig gut Party machen? Auf zur Twitterparty! Am 16.04.2011 ab 21.00 Uhr treffen sich Twitterer und Partywütige im Haus der Sinne in der Ystader Straße 10 im Prenzlauer Berg. Schon die Location allein ist es wert, dass du dabei bist.

Wir sehen uns auf der Party!

Herzlichst,

Rachel Lindenbaum aka @rachelzwitscher aka Textblicke

Wider den tierischen Ernst.

Oktober 18, 2009 von Gastautor abgelegt in: Geschrieben., GLitterarisches.

Ihr werdet es nicht glauben! Naja, doch, werdet Ihr, gleich.
Die hochgeschätzte Frau Gräfin Alexandra hat gereimt und genehmigt, dieses literarische Kleinod hier zum Besten zu geben. Und so übergeben wir den Reim an @silenttiffy:

 

Klein Wombat verschluckte ein Tütü,
ist das nicht grenzdebil?
Debiler noch als Bullerbü
und Vororte von Kiel.

Senf macht Ponies schwerlich satt,
die Wurst muss schon dabei.
Sonst liegt die Mähne unschön platt,
beleidigt nur Karl May.

Dem Biber sein Kopiergeschäft
ist mächtig am florieren dranne,
doch der Erfolg steigt ihm zu Kopf,
und er verblutet in der Wanne.

Es greint und lamentiert der Barsch:
"Ich hab so einen fetten Arsch!"
Meint darauf Omas Apfelplunder:
"Meiner ist platt wie eine Flunder."

Ein Euter hat im Grunde zwei,
vielleicht auch drei, vier Pimmel.
So hieß es schon bei Sokrates,
schrieb Soziologe Simmel.

Der Igel hat es ziemlich schwer
in zärtlichem Geschlechtsverkehr.
Als Fetisch dient ihm’s Stachelkleid,
die Lust erlebt er nur im Leid.

Der Uhu friert ohne Pullover,
das Ärschlein fällt ihm gleich vom Leib.
Now it’s with poetry slow over,
welch hirnrissiger Zeitvertreib!

Der Hirsch hat jetzt ein Arschgeweih,
der Specht erblasst vor Neid.
Sein Iro ist so 2003,
ach, was vergeht die Zeit!



Danke, Silenttiffy!

“Die Kuh macht muh, der Ochse auch,
sind schwer zu unterscheiden.
Erst wenn man melken will,
merkt man den Unterschied der beiden.”
(Heinz Erhardt)

Azrael

August 31, 2009 von Gastautor abgelegt in: Geschrieben., GLitterarisches.

(Ein Beitrag zu „Teuflische 666 Wörter ohne Anglizismen“)

von Klaus Schrage

Kein Zweifel, mit seinem Leben war Azrael nicht mal unzufrieden. Gut, als Abgesandter des Teufels war er auch für unschöne Dinge zuständig. Aber auf Planeten mit Lebewesen gibt es eben immer einen Verdrängungswettbewerb. Und der muss stattfinden, so unerfreulich das manchmal ist.

Das Böse brauchte also einen Vertreter auf Erden. Weil er aber die Menschen mehr mochte, als ihm das von Satan zugestanden war, bemühte sich Azrael darum, die Folgen seines Handelns in Grenzen zu halten. Im Grunde seines Herzens war er ein Witzbold, der nur spielen wollte. Sicher, ein kleines Erdbeben musste er gelegentlich veranstalten. Schon, um den Herrn der Unterwelt zu besänftigen. Aber sonst war Azrael mit sich selbst im Reinen. Er hatte es, da war er sich sicher, nie zu schlimm getrieben. (mehr …)

Die Welt ist ein Ungeheuer

August 31, 2009 von Gastautor abgelegt in: Geschrieben., GLitterarisches.

(Ein Beitrag zu „Teuflische 666 Wörter ohne Anglizismen“)

von Miss Geschick

Kann man das so schreiben? Eigentlich müsste man ein Eigentlich einfügen, denn das wäre eine Einschränkung, aber will ich meine Worte einschränken? Nein, es muss so hart und ungerecht ausgesprochen werden, denn sonst merkt ja niemand mehr was heutzutage, wer nicht mit Gewalt kommt, wird nicht gehört! Auch ein Merkmal des Ungeheuers.

Teuflisch, diabolisch und extrem gefährlich. (mehr …)