spree:geflüster

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Mal weg sein

Februar 09, 2010 von Sebastian abgelegt in: Geschrieben.

Eine lange Schlange an der Passkontrolle des Frankfurter Flughafens. Die Passagiere des gerade aus Brasilien gelandeten Flugzeuges warten ungeduldig. Kein Beamter nimmt die Abfertigung vor. Zwei Bundespolizisten stehen am Ausgang und warten gelangweilt. Erste Männer werden ungeduldig. „Servicewüste Deutschland!“, ruft jemand von hinten. Dann geht es los. Langsam bewegt sich die Schlange. Der Beamte am Schalter spricht jeden Namen aus: „Löning, Christoph. Bitte schön. Der nächste. Lohr, Gregor. Bitte schön. Der nächste.“ Monoton ohne jede Gefühlsregung nimmt er die Pässe entgegen, scannt sie ein und prüft sie. „Der nächste. Gerster, Andreas. Einen Moment bitte.“ Er dreht sich zu einem Polizisten am Ausgang und nickt ihm zu. Der kommt auf den als Urlauber erkennbaren blonden Mann zu: „Sind sie Andreas Gerster?“ Nicken. „Kommen Sie bitte mit.“ – „Wo ist mein Gepäck? Das muss bei der Zwischenlandung vergessen worden sein.“ – „Ihr Gepäck ist bei uns.“ Unmerklich sackt der Mann zusammen. Und plötzlich sieht man ihm an, dass er trotz seiner drahtigen Figur bereits die 50 Jahre erreicht hat.

„23 Monate habe ich bekommen. Ohne Bewährung. Wenn ich mich gut benehme und arbeite, ist nach zwei Dritteln mit Begnadigung zu rechnen. Und nach einem Jahr bekomme ich vielleicht schon Wochenendurlaub. Georg, mach mir bitte noch ein Bier!“ Andreas Gerstner sitzt am Tresen. Es ging alles ganz schnell. Überführung vom Flughafen Frankfurt nach Sachsen. Und dann Prozess am Kriminalgericht Moabit. Leugnen hatte keinen Zweck. Bei solch einer Menge gibt es keine Ausreden. Nun hat er noch einen Tag. Morgen soll er in der Justizvollzugsanstalt Tegel seine Haft antreten. „Darauf wären wir doch zu Friedenszeiten nie gekommen, freiwillig zur Haft zu erscheinen. Wenn die uns verknacken wollten, haben sie das einfach gemacht. Aber ich werde da morgen hingehen. Was bleibt mir schon anderes übrig. Vater hat versprochen, Geld zu schicken und Tabak. Nur was wird aus dem Jungen?“

Kurz vor seiner letzten Reise hat ihn Andrea aus der Wohnung geworfen. Ein anderer Kerl. Nicht besonders überraschend. Sie war weit weg gewesen. Andreas blieb oft mit dem Kind. In den Kindergarten bringen. Aus dem Kindergarten abholen. Eine Schule aussuchen. Das ging so seit er Andrea vor sieben Jahren kennengelernt hatte. Sie musste wegen ihrer Ausbildung häufig weg. Max war bereits da, als Andreas eingezogen ist. Vater nicht bekannt. Den stellte nun Andreas dar.

„Eine andere Perspektive hat mir Max gegeben. Plötzlich denkt man an die Schule, da ist der Junge erst drei. Das ist ein ganz anderer Rahmen. Da ist man drin, ob man das möchte oder nicht. Zuerst haben wir überlegt, für ein paar Jahre wegzuziehen. Wir hatten ja hier nichts, was uns hält. Runter in die Türkei. Aber dann fiel mir ein, dass Max in drei Jahren in die Schule kommt. Da kann man so etwas nicht einfach entscheiden. Brauchst Du Feuer?“ Andreas schiebt sein Feuerzeug seinem Nachbarn am Tresen rüber. Während er dem Mann dabei zusieht, wie der seine Zigarette anzündet, tasten seine Finger im Tabakbeutel. Er wühlt. Heraus zieht er eine fertig gedrehte Zigarette. „Habe ich damals bei der Fahne gelernt. In der Kälte draußen. Einhändig in der Hosentasche.“ Die Flamme flackert auf und leuchtet in seinem im Dunkeln reinen Gesicht sekundenschnell alle Narben und Bartstoppeln aus. „Georg, noch ein Bier bitte. Werde ja ab morgen sehr lange keins mehr trinken dürfen.“ Er hält den leeren Seidel in der Hand und schüttelt die Neige. Von oben schaut er dem letzten Schluck beim Hin- und Herschaukeln zu. Das volle Glas steht bereits auf dem Bierdeckel, da kippt Andreas den letzten Schluck hinunter. Den Kopf wirft er dazu weit ins Genick, so dass der Mund nach oben zeigt. „Wenn ich wüsste, wie es Max geht. Bei der Einschulung vor einem Jahr durfte ich nicht dabei sein. Der kann jetzt bestimmt schon lesen und schreiben. Und beim Fußball würde ich ihn gerne mal sehen. Gott, das ist doch auch mein Sohn. Scheißegal, wer ihn gezeugt hat. Aber als verknackter Drogenkurier hat man als Nichtvater ganz schlechte Karten. Nee, gar keine hat man da. Ist sie jetzt mit ihrem kleinen Drogendealer zusammen. Das wäre mir egal. Aber Max wächst darin auf. Verdammt. Und ich werde ihn jetzt mindestens noch ein Jahr nicht sehen dürfen. Die 23 Monate. Darauf geschissen. Aber ich bin weggesperrt und komme so erst recht nicht an Max ran. Kann ihn doch nicht einfach aus meinem Gedächtnis streichen.“ Andreas stiert über sein Glas hinweg. Sein Blick bleibt an einem Wandkalender hängen. „Georg, mach mal den Zettel. Ich muss noch Sachen packen.“

Auf Arbeit

Januar 20, 2010 von Sebastian abgelegt in: Geschrieben.

„Mathias, zieh Dich endlich an! Du bist alt genug. Schließlich wirst Du bald sechs.“ ruft Dorit in das Zimmer ihres jüngeren Bruders. Es ist morgens. Die Eltern sind längst auf Arbeit gefahren. Franziska bereitet in der Küche das Frühstück vor. Aus dem Radio dringt Phil Collins mit „Another day in Paradise“.

„Heute ist wieder Training“, sagt Franziska kauend zu ihrer Schwester. Die nickt und sagt zu Mathias: „Heute machst Du nicht solch ein Theater auf dem Weg zum Kindergarten. Am Freitag sind wir deinetwegen zu spät zur Schule gekommen und haben einen Eintrag erhalten.“ Sorgfältig schmiert sie ihm das Frühstücksbrot für den Kindergarten. Im Radio werden die Nachrichten vorgelesen: „… ruft das Neue Forum am Nachmittag zu einer Demonstration vor der Zentrale des Amtes für Nationale Sicherheit in der Normannenstraße auf.“ Franziska schaut auf die Uhr und schreckt hoch: „Schon fünf nach sieben! Wir müssen noch abwaschen und dann losgehen.“

Während Dorit die Tür abschließt, geht Franziska mit Mathias an der Hand schon die Treppen hinunter. Der Kindergarten ist ungefähr fünf Minuten vom Haus entfernt. Doch da eine größere Straße auf dem Weg liegt, muss Mathias jeden Tag von seinen Schwestern dorthin gebracht werden. Die beiden Mädchen laufen schnell und machen große Schritte. Mathias kommt kaum hinterher und muss bereits rennen, um Schritt zu halten. Am Kindergarten angekommen schubsen sie ihn zur Tür hinein und gehen los zur Schule. Franziska muss dafür noch drei Stationen mit der U-Bahn bis zur Endstation Vinetastraße fahren und dann noch in die Straßenbahn umsteigen. Dorits Schule ist gleich in der Nähe. „Wir treffen uns dann beim Training!“ verabschieden sie sich.

Es ist bereits dunkel, als Franziska und Dorit mit ihren Sportbeuteln und Schulmappen die Straße nach Hause gehen. Das gelbe Licht der Laternen bescheint den schiefen Gehweg. Als sie die Wohnung aufschließen, schlägt ihnen Wärme in das Gesicht. Sie werfen die Taschen in ihr Zimmer und gehen in die Küche. „Hallo Mutti, wir haben Hunger!“ – „Geht Euch bitte waschen und kommt dann in die Küche zum Abendessen.“ – „Wo ist denn Vati?“ – „Der muss heute länger arbeiten.“

Kurze Zeit später sitzen alle vier am Tisch. „Wie war es heute früh mit Mathias? Gab es wieder solch ein Theater wie letzten Freitag?“ fragt die Mutter die Mädchen. „War okay“, nuschelt Franziska. „Und das Training?“ Dorit rollt mit den Augen: „Kraftkreis. Mit Medizinball, Bankhüpfen und Klimmzügen und so. In vier Wochen ist übrigens Wettkampf in der Halle im Sportforum.“ Während die Mädchen weiteressen wird die Musik im Radio unterbrochen: „… verschafften sich Demonstranten während der Kundgebung vor der Zentrale des Amtes für Nationale Sicherheit Zutritt zu den Gebäuden. Momentan ist die Lage völlig unübersichtlich und nicht klar, wieviele Personen sich in den Gebäuden befinden. Gerüchten zufolge soll es auch zu Kämpfen gekommen sein.“ Die Kinder schneiden einen Apfel in kleine Stücke, während die Mutter den Nachrichten zuhört. „Dorit, Franziska. Könnt ihr bitte Mathias ins Bett bringen? Ich muss noch einmal raus zur Telefonzelle und Oma anrufen.“

Richard Dean Anderson rettet im Fernehen als MacGyver sich und eine schöne Frau, als die Mutter wiederkommt. „Schaltet bitte mal auf die ‚Aktuelle Kamera‘ um!“. Mißmutig steht Dorit auf, geht zum Fernseher und fragt vor dem Umschalten: „Muss das sein?“ – „Ihr könnt Euch sowieso mal bettfertig machen.“ Dorit und Franziska schlurfen in das Bad, lassen aber die Tür offen, damit sie den Fernseher hören können. „Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau.“ Die Mutter hat wohl umgeschaltet. „… kam es zur Besetzung der Zentrale des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit. Erste Meldungen über Kämpfe bestätigten sich nicht. Über die Lage innerhalb des Gebäudes herrscht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch Unklarheit.“ – „Mutti, dürfen wir noch ein bißchen lesen?“ – „Ja, dürft ihr. Ich komme dann nachher das Licht ausmachen.“

Geld holen

November 28, 2009 von Sebastian abgelegt in: Geschrieben.

„Wir treffen uns morgen alle um drei Uhr am U-Bahnhof Schönhauser“, sagt die Mutter zu ihren beiden Töchtern beim Abendessen. „Und ich werde Mathias vorher noch aus dem Kindergarten abholen.“ Die Kinder nicken.

Am nächsten Tag stehen die Mädchen, Dorit und Franziska, an der Treppe, die zur U-Bahn hinaufführt. Auf beiden Seiten fahren die Autos die Schönhauser Allee entlang. Aus dem Aufgang vom S-Bahnhof strömen die Menschen hoch über die Straße zur Straßenbahn oder zur U-Bahn. Es nieselt. Die Straßenlaternen leuchten bereits ihr fahles gelbes Licht. Die Straßen grau. Die Straßenbahn grau. Die orange Lackierung ist kaum noch zu erkennen. Auch die Menschen machen einen grauen Eindruck. Nur vereinzelt sind bunte Plastiktüten zu erkennen.

Mit schnellen Schritten kommt die Mutter, den zweijährigen Mathias auf dem Arm, von der Straßenbahn herübergelaufen. Ein Küßchen für die Mädchen und hoch geht es zur U-Bahn. Mit lautem Krachen fährt die weiß-gelbe Bahn ein. Auf der Fahrt wechseln die vier kein Wort. Umsteigen in die weinrot-weiße S-Bahn.

„Bahnhof Friedrichstraße. Endstation. Alles aussteigen!“ Die Massen laufen die Treppen hinunter. Vor dem Gebäude neben dem Bahnhof steht eine lange Schlange. Sie stellen sich hinten an. Nach kurzer Zeit fragen die Kinder bereits: „Wie lange dauert es noch?“ Die Kleinen wirken etwas verloren zwischen den großen Leuten.

Nach etwa einer Stunde erreichen sie den Eingang. Innen betreten sie einen schmalen Gang, der von Neonröhren erleuchtet ist. Oben hängen Spiegel. Links und rechts befinden sich Fenster. Dahinter Uniformierte. „Den Personalausweis!“ Die Mutter legt das blaue Heftchen auf die Durchreiche. Der Stempel saust nieder und große Hände schieben das Dokument wieder zurück. Weiter geht es den langen Gang. Biegung nach links. Biegung nach rechts. Dann wieder Uniformierte. Doch diese winken nur durch. Jetzt Treppen hoch. Wieder links herum und wieder hoch. Die vier stehen wieder auf einem S-Bahnsteig. „Mutti, wo sind wir? Sind wir schon in Westberlin?“ – „Ja.“ – „Sieht aber schmutzig aus.“

Die S-Bahn sieht genauso aus wie vorhin. Nur die Lackierung ist anders. Ocker und rot. Auf den Stationen steigen wenig Menschen ein oder aus. Erst am Bahnhof Zoo wird es unübersichtlich. Überall liegt Müll. Menschen liegen auf dem Pflaster. Menschen hasten daran vorüber. „Fasst euch alle an den Händen und lasst nicht los!“ fordert die Mutter mit eindringlicher Stimme. Dann gehen sie los zur Gedächtniskirche. Ab und zu halten sie an, weil die Mutter Passanten fragt. Die Kinder achten nicht auf die Mutter. Franziska knufft Dorit in die Seite und zeigt auf ein Werbeplakat. „Schau mal! Da steht „“Попробуйте Вест!“ Und zur Mutter gewandt: „Warum schreiben die hier Russisch?“ Die antwortet nervös: „Sei ruhig! Und sprich nicht darüber!“

Sie verschwinden in einem U-Bahnhof, vor dem sie noch einen Falkplan geschenkt bekommen. „Mit den aktuellen Grenzübergängen!“ steht darauf geschrieben. „Osloer Straße. Wir müssen zu Osloer Straße“, murmelt die Mutter vor sich hin. Den Stadtplan steckt sie in ihre Handtasche, die sie eng an sich gepresst trägt. Sie steigen in eine orange U-Bahn ein. Wobei sie mehr hineingedrückt werden, als dass sie selbst gehen. Die Bahn ist so voll, dass es selbst für den kleinen Mathias keinen Sitzplatz gibt. Angeboten wird dem Kind auch keiner.

Als sie aus dem U-Bahnhof Osloer Straße an die Erdoberfläche kommen, stehen sie an einer großen Kreuzung. Die Mutter versucht den Falkplan zu öffnen. Dabei zerreißt er beinahe. Es ist bereits dunkel. „Können sie mir sagen, wo ich die Sparkasse finde?“ fragt die sie anschließend einen Passanten. Der zeigt quer über die Kreuzung auf das rote „S“. Davor sieht man eine kurze Schlange. Bei der Überquerung der Kreuzung werden sie von zwei türkischen Jungen überholt, die beide eine kleine Coladose so zertreten haben, dass diese die Schuhe eingeklemmt haben. Es klingt als ob ein Einbeiniger mit Dosenbein über den Asphalt läuft.

In der Sparkasse am Schalter für das Begrüßungsgeld. „Ich möchte das Begrüßungsgeld für meine Mann, mich und unsere drei Kinder abholen.“ Die Mutter reicht ihren Personalausweis und den des Vaters hinüber. „Wo sind denn die Kinder?“ fragt die Frau hinter dem Schalter. „Dorit! Franziska! Kommt mal mit Mathias her!“ Die Kinder treten vor das Glasfenster. „Und ihr Mann?“ – „Der ist dienstlich verhindert. Konnte nicht mit rüber kommen.“ Wieder saust der Stempel nieder. Mehrfach wird in den blauen Ausweisen dokumentiert, dass das Geld ausgezahlt wurde. Anschließend zählt die Frau der Mutter 500 D-Mark in die Hand. Die Kinder bekommen große Augen. „Ich will ein Telespiel!“ ruft Dorit. „Und ich ein Comic!“ sagt Franziska. „Seid ruhig! Wir kaufen heute gar nichts. Das besprechen wir mit Vati zu Hause.“ herrscht die Mutter die überdrehten Kinder an.

Die Rückfahrt verläuft ruhig. Mathias schläft bereits in den Armen der Mutter. Dorit und Franziska sind enttäuscht. Die anderen Kinder in der Schule waren bereits gleich nach der Grenzöffnung drüben gewesen und haben viele neue Sachen mitgebracht. Ein Telespiel wäre das gewesen, das sie sich schon seit Jahren erträumt hatten. Wenn nur der Vater mitgekommen wäre.

Mollococktail

September 22, 2009 von Sebastian abgelegt in: Gesehen.

Vier Jungs um die zwölf Jahre alt sitzen auf einer Bank in der U-Bahn und schaukeln hin und her. Ein Spiel. Wer drängt wen in die Ecke? Und plötzlich halten sie inne. Gebannt schauen vier Augenpaare auf das Berliner Fenster genannte U-Bahn-Fernsehen. „XY nackt an der Bushaltestelle!“ und „Vielleicht wird Lucien Favre entlassen.“ Immer fein kommentiert.

Und dann. Ein Werbeclip für die Junge Sinfonie. „Was ist eigentlich eine Sinfonie?“, fragt einer der Jungs. Sie schauen sich an. Keiner weiß es. „Schau doch mal bei Youtube!“, wird vorgeschlagen. Das reicht.

Weiter: „Hass auf die Menschheit. Dieser Amokläufer in Bayern.“ – „Der ist mit einer Axt durch die Schule gelaufen und mit so Benzinflaschen.“ – „Das waren Mollococktails!“ Das ist mein Berliner Fenster.

Einen Plattenwitz gemacht

August 25, 2009 von Sebastian abgelegt in: Gelesen.

Hat er mal einen richtigen Scherz gemacht. Wolf-Dieter Poschmann. Genau – der Poschi. Beim Hammerwurffinale der Damen sprach er über die deutsche Medaillenhoffnung: „Wenn man in Marzahn aufgewachsen ist und das unbeschadet überlebt hat, ist man zu allem fähig.“ Und hat es wehgetan? Nein. Weh tut die Betroffenheitsrhetorik.

Petra Pau (PDS), die sich abermals um ein Direktmandat in Marzahn-Hellersdorf bemüht, spricht von einem „arroganten Herabsehen aus dem Westen“ und offenbart damit das gleiche schlichte Verständnis wie Poschmann. Politisch-korrekte Sprüche von Monika Grütters (CDU). Sie bewirbt sich – Überrschung! – um den gleichen Sitz wie Pau. Und letzten Endes natürlich noch eine Einladung an Poschmann, den Bezirk zu besuchen. Ausgesprochen von der Bezirksbürgermeisterin. Man möchte kotzen, ob soviel triefender provinzieller Selbstgerechtigkeit.

Keinen Aufschrei hingegen verursacht diese Wahrheit. Und die schmerzt wirklich. Poschmann wieder mittendrin.

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