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Briefe an unsere Follower #7

Januar 11, 2010 von Peter Dessin Abgelegt in Gelebtes., Geschrieben.

poetin Liebe Lea, liebe Poetin!

Nun bist also auch Du von uns gegangen. Ehrlich gesagt, war ich des Öfteren verwundert, dass Du so lange “durch-gehalten” hast, und ich war auch ein Wenig stolz auf Dich.

Wie Du auf Deinem wunderbaren Blog “meinwärts” so schaurig-schön beschrieben hast, hatte Twitter Dein Leben zunächst positiv beeinflusst:

anfang des jahres hatte ich keine hoffnungen mehr an mich, an andere menschen oder an das leben. ich hätte indirekten selbstmord begangen, ganz bewusst den lebendigen tod gewählt.
doch diese unruhe in mir hat mich fort aus einer falsch verstandenen liebe, fort aus meinem versteck vor der welt, fort aus der inneren starre hin zu euch geführt. ich weiß nun, was es bedeutet, sich lebendig zu fühlen. ihr alle habt mir damit ein großes und wunder-volles geschenk gemacht. die meisten von euch sogar, ohne es zu wissen.
(August 2009)

Nun hat sich leider für Dich herausgestellt, dass Vieles bei Twitter, nun, vielleicht keine Blase, aber dennoch sehr oberflächlich ist. Die so schön hoffnungsheischenden Kristalle nutzten sich ab, wurden farblos und fad. Es waren keine Diamanten, das weißt Du jetzt.

Sicher, es gibt einzelne Menschen hinter den Avataren, die Du als Juwel kennen lernen durftest. Diese werden aber auch ohne Twitter bei Dir bleiben, dessen bin ich mir sicher.

Liebe Lea, ich danke Dir, dass ich Dich kennen lernen durfte. Ich danke Dir für Deine Tweets, die manchmal romantisch, manchmal frech, manchmal verstörend aber immer: ehrlich waren. Und genau diese Ehrlichkeit werden wir vermissen, wenn wir bei Twitter jetzt ohne Dich auskommen müssen.

lea2

Das wissen wir. Wir glauben auch an Dich.

Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe, in dem Kreis derer zu bleiben, die Dich ab und an treffen dürfen.

In großer Verbundenheit

Peter

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