spree:geflüster

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Archive for the ‘Gehört.’

Bitte gib mir nur ein Wort

August 13, 2009 von Bunki abgelegt in: Gefunden., Gehört., Gelesen., Geschrieben., Gesehen.

Es sind immer wieder die selben Dinge, die einen bewegen. Wie komme ich in dieser Welt zurecht? Warum zahle ich zu viel Steuern. Und wo um Gottes Willen bekommt man um diese verfluchte Uhrzeit noch ein letztes Bier her?

Mit letzterem Satz disqualifiziere ich mich als in Berlin Lebender natürlich. Ich glaube keine andere Stadt in dieser Welt nennt so viele Nachbarschaftsläden, so viele Spätis (Spätkaufs) ihr Eigen wie unser schöne Metropole.

Natürlich gibt es da noch etwas ganz anderes in unserem Leben. Der Wunsch nach Zuneigung, Nähe und Wärme. Doch ach, alles nicht so einfach. Was tut die Einsamkeit der Großstadt uns an? ist sie überwindbar? Wo finde ich in all den Häuserschluchten den rechten Partner? Wie vor allem überwinde ich nur meine verflixte Scheu ihn dann auch anzusprechen? Werde ich die Zeichen richtig lesen und deuten können?

Ja, das ist ein Problem. Sprache ist wichtig. Unverzichtbar. Doch nicht immer will sich das rechte Wort dann einstellen. Manchmal ist man sprichwörtlich stumm vor Aufregung. Nicht von ungefähr kommt mir da ein Song von “Wir sind Helden” in den Sinn. Doch manchmal ist weniger eben viel, viel mehr. Nicht immer muss alles ausgesprochen oder gesagt werden.

Ein ganz bezauberndes Beispiel dafür liefert uns ein junger Filmemacher Namens Patrick Hughes. Ein kleines etwas mehr als 10 Minuten dauerndes Märchen, angesiedelt in den namenlosen Arbeitswaben einer nie ruhenden, ewig umtriebigen City. In seinem Kurzfilm “Signs”, lässt Hughes uns mitfiebern mit dem einsamen Helden, dessen urbane Leere mitempfinden. Sein wortloser Schmerz über den plötzlichen Verlust wird zu unserem eigenen, so sehr zittert man mit dem namenlosen jungen Mann der heutigen, einen ewig fordernden Dienstleistungsgesellschaft mit.

Leider in zwei Teilen. Hier Teil 1:

Und nun das große Finale:

.

Gefunden habe ich das absolut schöne Teil, das fast ohne gesprochenes Wort auskommt (zumindest nicht bei den beiden Hauptdarstellern) bei Madame @kumullus. Und zwar hier: http://mevme.com/lizblog/absolutely/ .

Es spielt zwar alles nicht in Berlin. Aber könnte sich hier in der anonymen Großstadt nicht ganz genauso abgespielt haben?

Die unerträgliche Schnelligkeit des Seins

Juni 26, 2009 von Peter Dessin abgelegt in: Gehört., Gelesen., Geschrieben., Getwittertes.

Um es vorweg zu nehmen: Ich liebe dieses Zeitalter, Web2.0 genannt, ich liebe diese Informationsflut, die auf mich herein strömt und die ich kaum zu verarbeiten imstande bin. Und, ja, ich gebe es zu: Ich bin verliebt in Twitter.

Twitter, dieses kleine Monster, das mich mit Begeisterung, manchmal mit Befremdung, zum Glück oft mit herzlichem Lachen erfüllt hat, das mich oft mit politischer Kontroverse zum Nachdenken und Nachfragen brachte, dieses Twitter-Monster zeigte mir heute nacht sein wahres Gesicht: Heinz.

Als um 2:26 p.m. L.A Time, also um 23:26 MESZ ein Heroe der internationalen Popkultur an Herzversagen verstarb, läuteten bei Twitter die Alarmglocken. Die Nachrichten, widersprüchlichster Art, überschlugen sich. Zweifelhafte Quellen wurden zitiert, wieder revidiert, andere Quellen genannt, die sich auf die ersten Quellen bezogen…. und ganz Twitterland bebte. Um 1.30 Uhr (unserer Zeit) ging nichts mehr. 12.640 Tweets in 20 sec., las ich später. Der FailWhale war nie öfter in internationalen Gewässern gesichtet worden.

War alles ein Spuk? Ein Fake? Zu dieser Zeit wusste es keiner der aktiven Twitteratis. Mithin konnte man eine gewisse Beunruhigung beobachten, ob sich nicht vielleicht die Geläufe der Geschichte als selbsterfüllende Prophezeiung entpuppen sollten:

Ich bin eine Vorahnung

(An dieser Stelle möchte ich etwas abkürzen. Zu viele Tweets, zu viele virtuelle Tränen müsste ich hier abbilden.)

Doch leider: Letztlich sollte sich die gute Mellcolm irren. Ja, es war passiert. Im Minuten-, was sage ich! Sekundentakt wurden Tausende mehr oder weniger Anteilnehmende geschüttelt und gerührt ob dieser unfassbaren Wahrheit: Jacksons Michael ist tot.

Und während ich diese Zeilen auf die Tastatur kliere, mag ich’s immer noch nicht fassen. Ich mag nicht fassen, dass ich es – dank (?) Twitter hautnah miterleben musste, wie ein König seiner Zunft zu Grabe getragen wurde, kaum dass sein Körper erkaltete. Ich mag nicht fassen, dass ein gebleichter King of Pop, der in den letzten zehn Jahren kaum mehr geleistet hatte, als für zweifelhafte Schlagzeilen zu sorgen, mehr Aufmerksamkeit bekommt als die am selben Tag gestorbene Farrah Fawcett, als der Abschied der wunderbaren Bascha Mika von der taz, als… [wahlweise selbst einzufügen]

Versteh’ mich bitte nicht falsch, geneigter Leser. Auch ich bedauere den Tod Michael Jacksons. Aber dieser Tod sollte uns nicht drei (in Worten: 3!) Stunden davon abhalten, uns über die anderen wichtigen Dinge zu informieren. Über die, die die anderen 6 Milliarden Lebenden betreffen, zum Beispiel.

Und letztlich: Es waren ausnehmend schnelle, zu schnelle drei Stunden. Es war die unerträgliche Seichtigkeit des Heinz.

PS:
Hier noch ein Link zum wahrscheinlich schnellsten Blogpost zum Thema: [hier klicken] von Tristesse deluxe.

PPS:
Michael Jackson wäre am 29. August 51 Jahre alt geworden.

M.j. *29.08.1958 – †26.06.2009

Michael *29.08.1958 – †25.06.2009

Heute ist ein schöner Tag

Juni 17, 2009 von Bunki abgelegt in: Gefunden., Gehört., Gelesen., Geschrieben., Gesehen.

Heute ist ein schöner Tag. Weil wir den 17. Juni haben. Der ist zwar heute nichts Besonderes mehr. Einfach 24 Stunden, die so gelegen sind, dass es exakt noch 13 Tage bis Ultimo sind. Und auch der Abstand zu den Ideen des Junos ist für uns nicht sonderlich interessant. Aber für uns hier ist es trotzdem ein schöner Tag. Weil Spreegeflüster online geht. Ergo ist der 17. Juni 2009 ein schöner Tag. (weiterlesen…)

Warum man Einkaufstüten bezahlen muss

Juni 16, 2009 von Peter Dessin abgelegt in: Gehört., Gelebtes.

Wir schreiben jetzt das Jahr 20 nach der friedlichen Revolution. Grund genug, sich an ein paar Geschichten und Anekdötchen aus jener Zeit zu erinnern, als die DDR-Bürger den Westen überrollten, bevor sie vom Westen überrollt wurden wieder in den heimischen Schoß der Familie aufgenommen wurden. (weiterlesen…)

Musik, die wir hörten

Mai 17, 2009 von Sebastian abgelegt in: Gehört.

Wenn ich dereinst gefragt werde, wie denn die Musik der Nuller Jahre klang, werde ich nur eine Band nennen: Art Brut. Die Musik ist ein einziges Zitat und doch unverwechselbar. Das gleiche trifft auf den Sänger zu, der nur äußerlich daherkommt wie eine Mischung aus Bastian Pastewka und Mikheil Saakashvili.