spree:geflüster

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Dessous in der City

September 14, 2009 von Bunki Abgelegt in Gefunden., Gesehen.

WeinunBlumen

Berlin ist eine umtriebige Stadt. Und eine mit einer hohen Zahl von Erwerbslosen, wie es im Amtsdeutsch so schön heißt. Mit 14,4% ist die Spreemetropole sogar bundesweit Spitzenreiter. Leider.

Vielfach und gerne wird ja da der Gang in die Selbstständigkeit als großer Ausweg propagiert. Und so feiern an allen Ecken und Enden neue Läden, Büros und Büdchen in den Kiezen ihre Geburt (schließen wenig später auch oft, aber das ist diesmal nicht meine Geschichte und soll daher ein ander Mal erzählt werden.).

Uns Friedrichshain ist da ja keine Ausnahme. Wie Pilze schießen die Läden aus den Böden. Man kann sie förmlich über Nacht wachsen sehen. In meiner Nachbarschaft eröffnete jüngst ein Weinladen und löste damit einen Alice-Shop, ein undefinierbares Etwas und ein Teakholz-Möbel-Geschäft als seine kurzlebigen Vorgänger ab. Mögen sie alle in Frieden ruhen.

Doch was ist ein Laden, der sich auf etwas spezialisert hat, in der heutigen Krisenwelt, wert? Manch gute Geschäftsidee scheiterte früh. Mehrgleisig fahren. Multitasking ist das neue Twitter. Warum nur eine singuläre Geschäftsidee verfolgen, wenn man zwei miteinander kombinieren kann?

Manchmal führt das zu recht seltsam anmutenden Kombinationen. Der oben bildlich aufgeführte Drittel-Mix leuchtet mir noch ein. Für Blumen braucht’s Übertöpfe oder Gegenstände ihrer Wahl zum Verwahren. Und wenn man schon auf dem Weg zur Liebsten ist (okay, heutzutage im Zeitalter der Entfrauzipation liefern wir die politisch korrekte Version natürlich gleich mit: auf dem Weg zu seinem Liebsten), warum das Ich-gedenke-deiner-Sträußchen nicht noch mit einer guten Flasche Roten abrunden? Da kann man dann echt im Blütenrausch der Sinne  im weiteren Verlauf des Abends aufgehen.

Was aber nun, geneigter Leser, sollte ich damit anfangen?

Essen&Geschäft 003

Spitzen & Spätzle? Dessous und schwäbische Spezialitäten? Wtf? Soll ich die Teigwaren in den Spitzenhöschen einwicklen, oder was`Wie kommt man denn auf so etwas?

Meinem verehrten Mitbetreiber des Blogs leuchtete das schon ein:  „Es gibt doch zwei Arten, die Zuneigung eines Mannes zu gewinnen. Durch den Magen und durch Sex.“

Hm, ja, mag ja sein. Klang mir aber zu sehr nach den klassischen drei großen K: Kinder, Küche, Kirche. Hättest du wohl gerne, was? Erst dem Manne ein Leckerli bereiten und dann danach sich aufreizend zwecks anschließender Vernaschung präsentieren? Tschuldigung, ich bin da von anderem Kaliber. Nicht so sexistisch veranlagt.

Erstens, kann ich selber kochen. Zweitens, kommt es doch wohl auf die inneren Werte an, oder? Nein, ich bleibe dabei, der Laden ist ein totgeborenes Kind. Diese Kombi geht ja gar nicht. Obwohl, halt, wie war doch gleich der Spruch: Nach dem Essen soll man Rauchen oder eine …

Und warum bekomme ich auf einmal so mächtig Appetit auf schwäbische Spezialiäten? Tschuldigung, ich muss mal kurz weg.

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