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Die Melancholie der Kastanie

Oktober 12, 2009 von Bunki Abgelegt in Gefunden., Gelebtes.

Es herbstet. Die dritte Jahreszeit pfeift durch die Lande. Die Menschen umgürten sich mit Schals, hüllen sich in feste Gewänder. Und all die herabfallenden Früchte, die Vorboten des kommenden Winters, kullern munter auf den  Straßen entlang. Blätter, Eicheln, Kastanien. Ja, auch Kastanien.

Kastanien Kastanienmaennchen

Sie stehen für Kinderlachen, fröhliches Basteln, lustige Figuren. Für unbeschwerte, sorgenfreie Lebenszeit. In Kastanienfässern reifte einst der berühmte Vin Santo, der Hochgenuss aus der Toskana, ehe er dem schnöden Eichengewächs weichen musste.

Doch ist die Kastanie nicht mehr als das? Ist sie nicht auch ein perfektes Sinnbild für das Auf und Ab der Liebe? Am Anfang glänzend, vollmundig und rund. Vielversprechend. Verlockend.Wer könnte ihrem Liebreiz ernsthaft widerstehen? Sie spricht alle an. Weckt Erinnerungen.

Doch mit der Zeit  wird sie schrumpelig. Der Glanz verblasst. Sie wird matt und müde. Und keine Kraft der Welt kann sie zurückholen.

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