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Nachtpflanzengedanken

Oktober 16, 2012 von Bunki Abgelegt in Gehört., Gelebtes., Geschrieben., Gesehen.

Pimpinelle? Kenn‘ ich nicht. Obwohl es gleich bei mir um die Ecke ist. Schabuwan & „Siggi“ Cäpt`n Bley? Kenn‘ ich auch nicht! Silke Feller? Ebenfalls nicht. Halt, falsch. Das ganze noch mal zurück. Natürlich kenne ich Silke. Allein schon wegen ihres Bruderherzes. Und das ein oder andere Gespräch haben wir auch schon mal geführt, wenn sich unsere Wege im F’hain in einschlägigen Etablissements kreuzten.

Was ich aber nicht wusste, dass Frau Feller – welch schöne F-Alliteration –  künstlerisch unterwegs  ist. Ein mir bis dahin verborgenes Talent, was zu oben genannter Dreier-Kombi führte. Wo von ich mich am Samstag bei der Ausstellungseröffnung in der Holteistraße selber überzeugen durfte.

Was ich da  zu sehen und hören bekam? Mal abgesehen von dem ein oder anderen Glas Wein. Hm, musikalisch zuerst einmal Abba in Form von Tom Waits verkleidet. So zumindest hörte sich für meinen laienhaften Geschmack die Stimme von Schabuwan an. Weil Stefan aber auch anders kann, kam dann später der Meister der rauen Stimme selber Liedertechnisch vor. Und erinnerte an den guten alten Johann Bargeld aka Johnny Cash. Durchaus amüsant. Und auch alleine gepflegte Abendunterhaltung.

 

Aber wegen dieses Duos alleine hätte ich mich bestimmt nicht in die Pimpinelle verirrt. Die Vernissage war ja der Grund meines Kommens. Und da ich oben schon eingeräumt hatte, diese Dreifaltigkeit nicht zu kennen, wurde mir von Silke auch noch prompt ein Rätsel gestellt. Ihre kleine Schwester und ihre Schwägerin seien unter den Portraits zu finden. Dass ich nur auf eine Trefferquote von 50% kam, ist wohl meinem schwächer werdenden Augenlicht geschuldet, weniger den naturslistischen Zeichnungen von Silke. Die kamen zumeist als Kreide auf Packpapier daher. Auch einige Bleistiftzeichnungen gibt es zu bewundern.

Ich bin kein großer Kunstliebhaber, aber die Bilder strahlten trotz der warmen Farben  eine zurückhaltende, nachdenkliche Kühle aus. Verborgener Schmerz paart sich mit gelangweilter Abwesenheit und Leidenschaft verheißender Sinnlichkeit. Unschuldige Erotik zum Anfassen bereitet einem lustvolle Momente und Gedankenspielereien.  Flüchtige Augenblicke des <lebens, die eingroren worden sind. Der Blick des Betrachters wandert irritiert von oben nach unten, droht auszubrechen  und wird dann doch wieder eingefangen.

 

Zu sehen sind die Bilder noch bis zum 14. November in der Kunstbar Pimpinelle in der Holteistraße 13 (Berlin – Friedrichshain).

 

 

 

 

 

1 Kommentare zu “Nachtpflanzengedanken”


  1. Was ich aber nicht wusste, dass Frau Feller – welch schöne F-Alliteration – künstlerisch unterwegs ist. Ein mir bis dahin verborgenes Talent, was zu oben genannter Dreier-Kombi führte. Wo von ich mich am Samstag bei der Ausstellungseröffnung in der Holteistraße selber überzeugen durfte.

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