spree:geflüster

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Vergiss mein nicht …

April 03, 2014 von Bunki Abgelegt in Gebrieftes., Gefunden., Geschrieben., Getwittertes.

Schreib mal wieder, möchte man seinen geneigten Lesern zurufen. Und weiß schon im Voraus, dass die Antworten geballt und geharnischt daherkommen werden. Was glaubst du, was wir machen? Wir bloggen, wir facebooken (obwohl das manch einer nicht ganz zu Unrecht nicht als schreibende Tätigkeit ansieht), wir simmsen, whatsappen (hysterisch zunehmend weniger) und wir twittern. Langt das nicht an Geschreibsel? Wir schaffen doch sonst kaum etwas anderes noch.

Ja, doch, werte Mitliteraten. Darum geht es mir nicht. Es geht einfach und ausnahmsweise nicht um das Füllen von beliebig (fast überall) bis bis begrenztem 140-Zeichen-Platz, sondern um eine schlicht manuelle Tätigkeit. Das simple Ausfüllen – und Versenden – einer Postkarte.

FireShot Screen Capture #029 - '@wikipeter I analogbotschaft' - analogbotschaft_de__page_id=1284

Es geht um Entschleunigung, das Greifen zum Füllfederhalter und das Denken an andere Menschen. Es geht darum, anderen Personen eine kleine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen jenseits der von der Industrie hochgeschätzten Zeit wie Valentins- oder dem deine Muddatag.

Und da haben wir einen kleinen Tipp für sie. Schon oft habe ich bei manchen Twittersprüchen gedacht, dass sie ein größeres Publikum verdienen. Eins, dass nicht nur im Netz vorhanden ist. Dass manche Sprüche so schön sind, dass sie gar handgreiflich werden sollten. Der @turbozopf sah das offenbar ähnlich und hat jetzt einen illustren Kreis von Twitteratis um sich versammelt, um deren geistigen Ergüsse auf ein kleines, handliches, ca 10,5 x 14,8 cm großes Format zu bannen. Twitter goes offline. Mit Postkarten. Von mir im Berliner Kurier (leider nicht online erhältlich) auch schon mal als Twostcards tituliert.

Analogbotschaft nannte er das Ganze. Zu finden ist es hier. Und für schlappe 1,10 Euro können da diverse Kleinode bestellt werden, die  hiner den immer sinnfreieren Sprüchen der Edgarcards nicht hintenanstehen müssen und geradezu hochgradig danach schreien, einer postalischen Verwertung zugeführt zu werden. (Wer sie sammeln möchte, nur zu. Wird auch keiner der Autoren was dagegen haben.)

Ich finde die Idee äußerst charmant. Nicht nur, dass die ganzen Kreativlinge zur Abwechslung mal einen kleinen Obolus für ihre Schöpfungen erhalten. Zudem werden auch noch caritative Projekte mit unterstützt. Man kann sich also doppeltplusgut fühlen beim Kauf einer Twitter-Postkarte.

Und bevor hier einer rummeckert, dieser Text sei schamlose Werbung. Ja, ist er. Weil ich es kann. Und es gut finde. Dabei habe ich keinerlei finazielles Interesse an diesem Projekt. Der Verfasser dieser Zeilen – obgleich mit einem der Autoren befreundet – gehört nämlich nicht zu dem Kreis der Erlauchten und wird auch nicht hintenrum irgendwie bedacht.

 

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